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Gross, Christian

Christian Gross

* 14. August 1954 in Zürich

Position: Mittelfeldspieler

Nationalmannschaft
1 Länderspiel, 0 Tore
Erstes und letztes Länderspiel: 8. März 1978 gegen die Deutsche Demokratische Republik (DDR) in Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) 1:3.
5 Spiele für das Schweizer B-Nationalteam

Vereinsstationen als Spieler
2/1966-6/1968 SV Höngg
7/1968-11/1976 Grasshopper Club Zürich
11/1976-6/1978 Lausanne Sports
7/1978-6/1980 Neuchâtel Xamax
7/1980-10/1981 VfL Bochum/De
10/1981-6/1985 FC St. Gallen
7/1985-12/1987 FC Lugano (NLB)
1/1988-6/1988 Yverdon-Sport (NLB)
7/1988-6/1993 FC Wil 1900 (2. Liga bis NLB, Spielertrainer)

Vereinserfolge als Spieler
274 Spiele in der Schweizer NLA, 24 Tore
29 Spiele in der deutschen Bundesliga, 4 Tore
4 Spiele im deutschen DFB-Pokal, 2 Tore

Trainerstationen
7/1988-6/1993 FC Wil 1900 (Spielertrainer)
7/1993-11/1997 Grasshopper Club Zürich
11/1997-9/1998 Tottenham Hotspur/Eng
6/1999-6/2009 FC Basel 1893
12/2009-10/2010 VfB Stuttgart/De
7/2011-4/2012 BSC Young Boys
7/2014-6/2016 Al-Ahli Dschidda/SA
10/2016-6/2017 Al-Ahli Dschidda/SA
7/2018-6/2019 Zamalek SC/Ägy
10/2019-2/2020 Al-Ahli Dschidda)/SA

Vereinserfolge als Trainer
CAF Confederation Cup Sieger 2018/2019 (mit Zamalek SC/Ägy)
Champions League Teilnahmen 1995/96, 1996/97 (mit Grasshopper Club Zürich; Gruppenphase), 2002/2003 (mit FC Basel 1893; Zwischenrunde), 2008/2009 (mit FC Basel 1893; Gruppenphase), 2009/2010 (mit VfB Stuttgart; Achtelfinal)
UEFA-Cup/Europa League Teilnahmen 1997/98 (mit Grasshopper Club Zürich; 1. Runde), 2000/01, 2003/04 (mit FC Basel 1893; 2. Runde), 2004/05 (mit FC Basel 1893; Sechzehntelfinals), 2005/06 (mit FC Basel 1893; Viertelfinal), 2006/07 (mit FC Basel 1893 (Gruppenphase), 2007/08 (mit FC Basel 1893; Sechzehntelfinal), 2010/11 (mit VfB Stuttgart; Gruppenphase)
Europacup der Cupsieger Teilnahme 1994/95 (mit Grasshopper Club Zürich; Achtelfinall)
AFC Champions League Teilnahmen 2015 (mit Al-Ahli Dschidda; Achtelfinal), 2016 (mit Al-Ahli Dschidda; Gruppenphase), 2017 (mit Al-Ahli Dschidda; Viertelfinal), 2020 (mit Al-Ahli Dschidda; Gruppenphase)
Uefa Intertoto Cup Teilnahmen 2001 (mit FC Basel 1893; Final)
Schweizer Meister 1994/95, 1995/96 (mit Grasshopper Club Zürich), 2001/02, 2003/04, 2004/05, 2007/2008 (mit FC Basel 1893)
Schweizer Cupsieger 1994 (mit Grasshopper Club Zürich), 2002, 2003, 2007, 2008 (mit FC Basel 1893)
Schweizer Doublegewinner 2002, 2008 (mit FC Basel 1893)
Meister Saudi-Arabien 2015/16 (mit Al-Ahli Dschidda)
Cupsieger Saudi-Arabien 2016 (mit Al-Ahli Dschidda)
Doublegewinner Saudi-Arabien 2015/16 (mit Al-Ahli Dschidda)
Crown Prince Cup Sieger Saudi-Arabien 2014/2015 (mit Al-Ahli Dschidda)

Christian Gross wurde neunmal als Schweizer Trainer des Jahres ausgezeichnet (1994, 1996, 1997, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2008)

Diverses

Als Sohn eines Polizisten wuchs Christian Gross im Zürcher Quartier Höngg auf. Er begann beim SV Höngg mit dem Fussball, wechselte jedoch schon als 13-Jähriger zu den Junioren des Grasshopper Club Zürich.

Dort spielte er - unter Trainer Erich Vogel - auch bei den Inter-A-Junioren, die im Jahr 1971 eine dreiwöchige Reise nach Asien mit Trainingslager (Bangkok, Hongkong, Pattaya) unternahmen, an der auch spätere GC-Cracks wie Ruedi Elsener oder Thomas Niggl teilnahmen.

In der Saison 1972/73 erfolgte das Debüt von Christian Gross in der Nationalliga A. Zunächst unter Trainer René Hüssy, später unter seinem Jugendtrainer Erich Vogel, bei dem er Stammkraft wurde. Bis 1976 spielte er bei GC, ohne einen Titel holen zu können. Im November 1976 wurde er für Lausanne-Sports qualifiziert. Auch in der Westschweiz blieb er ohne Titel, in der Spielzeit 1977/78 gelangen ihm indes acht Saisontreffer, so viele wie sonst nie.

In jene Saison fällt auch sein einziges Länderspiel: Am 8. März 1978 trat er mit der Schweiz in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz) gegen die Deutsche Demokratische Republik (DDR) an, die Schweiz unterlag mit 1:3.

Nach zwei Saisons mit Neuchâtel Xamax wechselte Gross auf die Saison 1980/81 hin in die deutsche Bundesliga, zum VfL Bochum mit dem ehemaligen GC-Trainer Helmuth Johannsen. Das Debüt feierte Gross am ersten Spieltag im Auswärtsspiel beim TSV 1860 München (2:2). Bis Ende September 1981 bestritt er 29 Spiele in der Bundesliga und markierte vier Treffer. Weil er zu Beginn der Saison 1981/82 nur noch selten zum Einsatz kam, entschloss er sich zur vorzeitigen Rückkehr in die Schweiz, zum FC St. Gallen, wo inzwischen der in Bochum von Rolf Schafstall abgelöste Trainer Johanssen übernommen hatte.

Ab 1985 spielte gross für den FC Lugano und Yverdon-Sport noch drei Saisons in der Nationalliga B. Die Tessiner stiegen in der Saison 1987/88 in die NLA auf, Gross hatte jedoch in der Winterpause zu Yverdon gewechselt.

Im Sommer 1988 übernahm er als Spielertrainer den FC Wil 1900, der zu Beginn seiner Tätigkeit noch in der regionalen 2. Liga spielte. Ab der Saison 1990/91 führte er den Ostschweizer Verein innerhalb von nur zwei Jahren mit zwei Aufstiegen von der 2. Liga in die 1. Liga (Aufstiegsspiele gegen SV Muttenz) und von dort in die Nationalliga B (Aufstiegsspiele gegen FC Tuggen). In der Saison 1992/93 erreicht Wil dann sogar die Auf-/Abstiegsrunde zur Nationalliga A, wo es unter anderem auf GC traf, noch immer mit dem 38-jährigen Gross als Libero...

Gross war in seiner Zeit in Wil auch Repräsentant des neuen Schweizer Freizeitmode- und Sportartikelherstellers Blacky, der - auch dank seiner Vermittlung - zwischenzeitlich auch das Schweizer Nationalteam ausrüstete.

Aufgrund des starkenLeistungsausweises in der Ostschweiz verpflichtete ihn im Sommer 1993 der Schweizer Rekordmeister Grasshopper Club Zürich, für den Gross viele Jahre gespielt hatte. Mit seinem Engagement begann eine erfolgreiche Periode für die Zürcher, die 1995 und 1996 Schweizer Meister wurden und als erstes Schweizer Team in der UEFA Champions League, dem Nachfolgewettbewerb des Europacups der Meister, antraten konnten. Höhepunkt war am 25. September 1996 der 1:0-Sieg in der Gruppenphase auswärts bei Ajax Amsterdam dank einem fulminanten Freistoss von Murat Yakin.

Die Erfolge mit GC bescherten Christian Gross am 24. November 1997 sein erstes Auslandengagement als Trainer. Tottenham Hotspur hatte nach vier Niederlagen in Folge in Abstiegsgefahr Trainer Gerry Francis entlassen und brauchte rasch einen Nachfolger. Gross gewann gleich sein erstes Spiel am 29. November gegen den FC Everton, der Schweizer Ramon Vega gehörte zu den Torschützen. Der Klassenerhalt gelang mit Jürgen Klinsmann, der im Winter zu Tottenham zurückkehrte. In den letzten neun Saisonspielen verlor Tottenham nur noch eine Partie und beendete die Saison auf Rang 14. In der neuen Spielzeit musste Gross schon nach vier Spielen den Verein wieder verlassen.

Im Sommer 1999 begann die erfolgreiche Ära beim FC Basel 1893. Unter schwierigen Bedingungen startete Gross im Ausweichstadion Schützenmatte, da auf dem St. Jakob-Areal ein neues Stadion gebaut wurde, das im Frühjahr 2001 eröffnet wurde. Mit dem Einzug in den St.-Jakob-Park und dem Engagement von Investorin Gigi Oeri begann eine langjährige Erfolgsphase mit dem ersten Meistertitel des Vereins in der Saison 2001/2002 nach 32 Jahren der Titellosigkeit. Die Champions-League-Kampagne 2002/2003 mit dem legendären 3:3 gegen Liverpool und Spielen gegen Juventus Turin, Valencia und Manchester United bleibt unvergessen. Drei weitere Meistertitel mit dem FC Basel (2004, 2005, 2008), vier Schweizer Cupsiege, eine weitere Champions League Kampagne (2008/2009) sowie der Vorstoss in den Viertelfinal des UEFA-Cups (2005/2006 gegen FC Middlesbrough) prägten ein starkes Jahrzehnt.

Gross blieb nach seinem Abschied aus Basel im Sommer 2009 zunächst ohne neuen Verein. Im Dezember 2019 übernahm er als Nachfolger des entlassenen Markus Babbel den VfB Stuttgart auf einem Abstiegsplatz in der deutschen Bundesliga. Mit einer eindrücklichen Aufholjagd (42 Punkte in 19 Spielen) stiessen die Schwaben noch auf Rang 6 vor und holten sich einen Platz für die UEFA Europa League. Nach einem schwachen Saisonstart 2010/2011 (nur ein Sieg in sieben Spielen) wurde Christian Gross vom Verein entlassen.

Nach mehreren Monaten ohne Verein stieg er im Sommer 2011 beim BSC Young Boys ein, das sich endlich wieder einen Titel erhoffte. Doch das Engagement war nicht vom gewünschten Erfolg gekrönt, schon im Frühjahr 2012 trennten sich der Club und der Trainer wieder. Damit war die Karriere von Gross auf Schweizer Terrain Geschichte. Auch Avancen, ihn für die Schweiz als Nationaltrainer zu verpflichten, hatten jeweils nicht zum Ziel geführt.

Nach einer längeren Auszeit stieg Christian Gross im Sommer 2014 als Trainer bei saudi-arabischen Traditionsclub Al-Ahli Dschidda ein. Gleich in seiner ersten Saison holte er den nationalen Cup, in der Folgesaison das Double. Danach beendete er erstmals sein Engagement, um nur vier Monate später als Nothelfer zurückzukehren. Eine dritte Amtszeit endete nach einem erfolgreichen Jahr beim ägyptischen Club Zamalek SC, mit dem er den afrikanischen Confederation Cup (ähnlich der Europa League) gewinnen konnte. Nach einem Besitzerwechsel und seiner Entlassung bei Al-Ahli Dschidda im März 2020 erklärte er am 10. Mai 2020 im Sportpanorama des Schweizer Fernsehens seinen Rücktritt als Trainer und seinen Einstieg in der Beraterfirma seines ehemaligen Spielers Philipp Degen.